Darum geht es uns ja auch. Ich habe heute einen Teil von Solveigs Ethana gelesen und möchte noch einige Fragen stellen. (Was sonst O;-))
Magst du nicht mehr über das Leben der beiden Völker erzählen? Wie sieht es da aus? Kleidung? Arbeit? Hobbys? Ethana ist ja nun prädestiniert für beide Seiten. Wie wäre es mit ein paar Träumen aus der Vergangenheit?
Bleiben die Verhandlungen Mittelpunkt des Ganzen?
Warum ist Ethana im dunklen Reich? Da waren so viele fremde Begriffe, so dass ich mir die Bezeichnung nicht so einfach merken konnte.
Das war's fürs Erste...
Rieke O:-)
Das "Pilotbuch" zu einer Fantasy-Fiction-Reihe, wo erklärt wird, wie alles begann.
Und begonnen hat es im Oktober 1918 bei Wervick-süd, wo ein Obergefreiter infolge eines engl. Giftgasangriffs Halluzinationen bekommt und Dinge sieht, die nicht real sind bzw. sein können.
18 Jahre später entdeckt der Obergefreite von damals - jetzt besser bekannt als der "Führer", dass seine Halluzination sehr wohl existiert. Er gründet das "SS-Ahnernerbe" um in Ruhe danach suchen zu können.
Nun ja, und was er findet, läßt sich ja schon aus dem Titel herleiten: serpens alatus = lat: "geflügelte Schlange" = Drache :-)
Und zwar im Laacher-See in der Eiffel.
Dann gibts noch den 2.Weltkrieg mit anderem Ausgang, Hitlers Wunderwaffe ist hochintelligent und hat Schuppen - und dann sehen wir mal, wie die Weltgeschichte sich verändern wird...
Es gibt auch noch einige Randerlebnisse aus der Zeit des 3.Reiches (vielleicht spielen sie auch in die Haupthandlung hinein...ja, ich denke schon), denn den Terror und den Hollocaust habe ich nicht vor, außen vor zu lassen bzw. zu verharmlosen oder zu glorifizieren.
Ihr seht: viel Arbeit und wenig Zeit :-))
Mandarinente - 2. Nov, 15:14
Ich schreibe einen Fantasyroman - und brauchte als Hauptfigur einen älteren, tragischen Helden, der in seinem Leben nichts mehr zu verlieren hat und sich somit zu einer gefährliche Mission überreden lässt.
Also dachte ich, schreibe ich einen Prolog, in dem ich seine jahrelange Geliebte durch die Hand seines Feindes (das macht das Ganze ja noch einen Tick tramatischer - wenn auch klischeehafter) sterben lasse. Soweit ja auch eher klassisch. Ich hab nur jetzt ein Problem: Ich will die Frau (eigentlich eine Elfendame namens Dystariel) gar nicht mehr umkommen lassen, denn ich habe sie jetzt so umfassend charakterisiert und will mir die Arbeit nicht mehr oder weniger umsonst gemacht haben. Und das Schlimmste: Ich finde sie viel zu sympathisch um sie gleich auf der ersten Seite sterben zu lassen!
Also wird kurzer Hand aus dem Prolog das erste Kapitel und die Story einfach grundlegend geändert. Wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein...
BlueDragon - 1. Nov, 12:05
Vom simplen Liebesroman bin ich nun doch wieder abgekommen, irgendwie reizt mich das nicht. Ich habe mich für Thriller entschieden (was sich allerdings im Verlauf der Geschichte trotzdem wieder ändern kann :)).
Meine Hauptfigur ist Anna. Sie ist zu ihrem Freund gezogen und leidet seitdem unter verschiedenen unerklärlichen Vorkommnissen, die von ihrer Umgebung nicht ernst genommen werden.
Außerdem hat sie das Gefühl, dass die Freunde (die eigentlich die Freunde von ihrem Freund sind) nur in seiner Gegenwart höflich zu ihr sind. Aber auch dann spricht kaum einer mit ihr.
Die Geschichte beginnt, als sie und Steffen auf einer Feier für Freunde bekannt gegeben haben, dass sie heiraten werden. Von diesem Abend an häufigen sich die Vorfälle und die Menschen um sie herum werden immer merkwürdiger.
Erst als Anna ein Gespräch belauscht (Oh, das wusste ich bis eben gar nicht ... ), erkennt sie, was gespielt wird. Und sie wehrt sich.
Figuren:
Anna
- Anfang bis Mitte 30
- Freiberuflerin (Job steht noch nicht fest)
- intelligent, selbstbewusst, emanzipiert
- persönliche Verhältnisse: noch nicht ganz klar. Könnte geschieden sein.
- liebt Steffen schon lange und glaubt seine Aussage, dass er wegen seines Berufs keine Bindung sucht.
- kannte Sabine schon vorher vom Sehen und akzeptiert sie nur zähneknirschend als Freundin von Steffen. Sie hat – nach gründlicher Beobachtung – keine gute Meinung von ihr, will aber nicht als Zicke abgestempelt werden und Nils gleich wieder verlieren
- Macke oder Unsicherheit ... (müsste eine sein, die sie möglichst lange glauben lässt, sie litte an Verfolgungswahn - hat jemand eine Idee?)
Steffen
- ungefähr genauso alt wie Anna
- gut verdienender Freiberufler (oder ein gut bezahlter Job mit Schichtdienst)
- (wo haben die beiden sich eigentlich kennen gelernt?)
- er kennt Anna schon seit ein paar Jahren und schleicht seitdem um sie herum wie um den heißen Brei. Was hält ihn eigentlich zurück?
- hat eine (platonische ?) Freundin (Sabine), die im gleichen Viertel wohnt wie Anna.
- als in dem Haus von Sabine eine Wohnung frei wird, zieht er dort ein und überlässt Sabine neben dem Hausschlüssel auch die Haushaltsführung. Nachvollziehbar: Er hatte schon früher eine Haushälterin und nutzt natürlich im neuen Viertel seine Bekanntschaft zu Sabine, in der er eine Vertrauensperson sieht.
- nutzt die neue Nähe zu Anna, um diese zu erobern.
- persönliche Verhältnisse: noch nicht ganz klar, wahrscheinlich aber Junggeselle (hat mit höchstens einer festen Partnerin zusammengelebt).
Sabine
- die platonische (?) Freundin von Steffen
- alleinerziehende Mutter, deren Fähigkeit, ihr schweres Leben zu meistern, in der Nachbarschaft immer wieder gern betont wird.
- hangelt sich von einem befristeten Job zum anderen
- 1 Sohn (ca. 14), 1 Tochter (Nachzüglerin, ca. 5 Jahre)
- verschafft Nils die Wohnung bei ihr im Mietshaus und übernimmt für ihn die Haushaltsführung
Die Lösung der Vorfälle:
Sabine wollte Steffen von Anfang an heiraten, ist aber bei ihm abgeblitzt, weil der in Anna verliebt war und ist. Sie hat von anfang an intrigiert und deshalb war Steffen so zögerlich, wenn es um eine Beziehung zu Anna ging. Auch der Bekanntenkreis wurde von ihr entsprechend geimpft.
Um ihn in ihre Nähe und unter Kontrolle zu bringen, hatte Sabine die Mieter aus der Wohnung gemobbt und dafür gesorgt, dass Steffen einziehen konnte.
Dann musste sie aber feststellen, dass Anna und Steffen nicht voneinander zu trennen waren. Aber: Wozu hat man den Wohnungsschlüssel ...
Ich hätte im übrigen gerne ein Happy-End für Anna und Steffen - wenn die Geschichte nicht während des Schreibens woanders hinläuft.
Was meint ihr (insgesamt) dazu?
Katzenauge - 31. Okt, 16:45
Nachdem ich vor einer Woche noch völlig verzweifelt im NaNoWriMo-Blog geschrieben habe, ich hätte nicht einmal den Ansatz eines Plots, ist inzwischen eine komplexe Krimigeschichte entstanden:
Ich habe mir für den November einen Krimi vorgenommen, der in einer Psychosomatischen Klinik spielt. Protagonistin und sozusagen „Privatermittlerin“ ist eine junge Psychologin (ich erwähnte bereits, dass ich mich nach längeren Überlegungen entschieden habe, ein Umfeld zu beschreiben, in dem ich mich ohne größere Recherche gut auskenne, was bei einem Kriminalkommissaren oder einem Privatdetektiv nicht gerade der Fall gewesen wäre).
Die Idee ist die folgende:
Ein Patient (Uwe Schneider) der Protagonistin (mir fehlt immer noch der passende Name) begeht aus heiterem Himmel einen vermeintlichen Selbstmordversuch und fällt ins Koma. Die Protagonistin ist entsetzt, dass sie die Suizidalität des Patienten nicht erkannt hat und beginnt nach Gründen zu suchen. Bald schon kommt ihr der Verdacht, dass jemand anderes nachgeholfen haben könnte.
Das Motiv für den Mord an Uwe Schneider (er soll später im Krankenhaus endgültig „um die Ecke gebracht werden“) liegt in seiner Vergangenheit. Im Auftrag der Stasi hat er mit einer jungen Frau im Westen angebandelt, die als Sekretärin im Bundeskanzleramt tätig war. Unter dem Vorwand er arbeite für ein Friedensforschungsinstitut bewegt er diese Frau (Dagmar) dazu geheime Akten zu verraten, also als Spionin tätig zu werden. Um diesen Auftrag nicht zu gefährden, bringt er sie sogar dazu ihre Tochter zu ihrem Exmann zu geben. Ebendiese Tochter bringt in meinem Krimi Uwe Schneider um.
Diese Strategie der Stasi wurde tatsächlich zwischen 1960 und 1989 als „Unternehmen Romeo“ erfolgreich angewandt. Die historischen Daten und Begebenheiten habe ich recherchiert, der konkrete Fall ist natürlich Produkt meiner Fantasie, könnte aber so geschehen sein.
Konkret soll folgendes geschehen:
Dagmar und Uwe treffen in der Klinik aufeinander (als Patienten). Dagmar bricht daraufhin die Behandlung ab, bevor sie richtig begonnen hat. Davon erfährt ihre Tochter, die sich in die Klinik einschleicht und Uwe umbringt.
Natürlich ist der Plot, den ich mir zum dran lang hangeln überlegt habe um einiges komplexer, beinhaltet falsche Fährten und Kniffe wie die Psychologin Stück für Stück auf die Schliche der Tochter kommt. Zwei ganz wichtige Dinge fehlen mir aber noch:
- die Mordart (Was kann gut als Selbstmord inszeniert werden, kann aber auf den zweiten Blick auch von einem Laien, der Psychologin, als Mord identifiziert werden?)
- der Auftritt der Tochter (Soll sie sich als Küchengehilfin bewerben? Der Auftritt muss nah an dem eintätigen Aufenthalt der Mutter liegen, damit der Leser im Laufe des Buches einen Zusammenhang herstellen kann, bevor ihm dieser auf dem Silbertablett serviert wird.)
Auf eure Fragen und Anmerkungen freut sich,
Lisa
Lisaly - 30. Okt, 16:13
... sagt meine bessere Hälfte. Und tatsächlich neige ich dazu, ihm ein bisschen Recht zu geben. Daher habe ich jetzt überlegt, ob ich vielleicht in einem Volk zumindest eine Figur einführe, die die Verhandlungen boykottiert, das Volk aufhetzt und den Krieg wieder aufnehmen will. Für meinen zweiten Plotpoint hatte ich ja sowieso ein mögliches Scheitern der Verhandlungen vorgesehen. Insofern würde es passen.
Wie bekomme ich es jetzt hin, dass mein "Böser" nicht zur reinen Klischeefigur verkommt? Habt ihr ein paar Hilfestellungen für mich, wie ich ihn glaubwürdig machen kann? Ich habe bislang nicht im Fantasygenre geschrieben und will nicht zu sehr in schwarz-weiß Malerei verfallen.
Sicher ist nur, dass es sich nicht um einen der offiziellen Vertreter in den Verhandlungen handeln soll, sondern eher um eine Figur im Hintergrund, die vielleicht persönliche Interessen verfolgt, vielleicht von Rache besessen ist, vielleicht auch einfach nur vom Kampf berauscht ist.
Was meint ihr?
Danke im Vorfeld, ich weiß, ihr werdet mir mit Fragen und Antworten helfen!
Solveig
Solveig I. - 28. Okt, 17:29
Alles auf einer Seite Rieke? Ist doch gar kein Problem. Nimmt man eben als Formatierung 1pt-Schrift. Hat außerdem den Vorteil, daß einem keiner über die Schulter schauen braucht, kann sowieso ohne Mikroskop nichts lesen. Habe ich ehrlich mal gemacht. Kommentare in 1 pt gesetzt, damit ich sie in der Maschine habe, sie mich beim Lesen des Ausdrucks aber nicht vom eigentlichen Text ablenken. War in der grauen Vorzeit als ich noch zu der Papierleserfraktion gehörte. Heute scanne ich sogar Romane gern ein, um sie auf dem Bildschirm zu lesen, und evtl. Ideen gleich eintragen zu können. Notizen auf Zetteln, in Notizbüchern etc. ein Greuel. Mit niemals übertragenen Ideen dieser Art könnte ich vermutlich die Wohnung tapezieren. Gelegentlich fallen mir davon Stapel vor die Füße, dann wundere ich mich jedes Mal was denn diese oder jene Notiz eigentlich bedeuten sollte, oder welcher Idiot die verfasst haben könnte. Nein, mein Sohn und ich wir lieben seit den Zeit des legendären Sinclair Computers (der noch vor den ebenso legendären Commodoremodellen existierte) dieses Medium.
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Was nun meine Geschichte angeht, für die ich mich entschieden habe, nachdem ich zwei andere Ideen erst einmal verworfen habe, so handelt es sich um zwei fiktionale Planeten. Der eine, dystopische heißt erst einmal Terra und basiert weitgehend auf den Prämissen unserer eigenen Erde in einer nicht bestimmten Zeit. Der andere heißt nach unserem jährlich und immer auf Jahre im voraus gemieteten Sommerhaus in Vejers Øwli. Dieser Planet wird ausschließlich von Frauen bevölkert, die vor grauer Vorzeit aus Gründen, die irgendwann einmal zur Sprache kommen werden, von Terra deportiert oder geflohen sind. Auf Øwli beabsichtige ich einige Ideen umzusetzen, auszuprobieren, mit denen ich die letzten Jahrzehnte herumgespielt habe. Dabei geht es um so angeberisches Zeugs wie Ontologie, Ökonomie, Psychologie und einige soziale Regeln. Diese Ideen in einer Erzählform umzusetzen, damit haben meine Frau und ich recht viel Zeit der letzten Jahre auf ausgedehnten Spaziergängen an der Elbe oder in den Plantagen um Vejers verbracht ohne die Geschichte recht in den Griff zu bekommen, oder überhaupt eine zwingende Geschichte zu entdecken. Dabei war von Anfang an klar, daß wir eine Mystikerin, eine Ökonomin, eine Bibliothekarin und eine Lyrikerin bräuchten. Allein, die Damen hatten Theorien und Funktionen, was ihnen fehlte war ein fiktionales Leben.
Als mir nun die Idee des NaNoWriMo im Internet über den Weg lief (das muß irgendwann Anfang des Jahres gewesen sein), dachte ich mir: jetzt oder nie. Wenn es nicht hinhaut im November irgendeine größere Geschichte zu schreiben dann bin ich für diese Metier trotz der Übersetzungserfahrungen eben nicht geeignet. Also suchte ich nach Ideen und entwickelte eine gewisse Fähigkeit aus Zeitungsnotizen, oder anderen Quellen, auf der Fahrt nach Heiligenhafen als Beifahrer meine Frau damit zu unterhalten, daß ich komplizierte und verschachtelte Geschichtsideen entwickelte. Und da wir in den zurückliegenden Monaten recht häufig das Wochenende dort verbracht haben, kamen so einige mehr oder weniger brauchbare Ideen zusammen.
Als es Anfang Oktober ernst wurde habe ich zwei ausgewählt und etwas ausgebaut. Und dann mischte sich der unselige Kobold eines Tages ein und kam mir mit einer Schnapsidee meiner frühesten Jahre. Damals, in den sechzigern des vorigen Jh. hatte ich unter anderen Romanen Lems auch Solaris gelesen und als kitschig-romatischer Typ hatte ich mich geärgert, daß Lems Kelvin die Figur der Harey im Stich gelassen hat. Ich fand es damals durchaus keinen Grund ihr vorzuwerfen, sie sei kein Mensch. Schließlich macht der Roman deutlich, daß Kelvin sie als solchen wahrnimmt, also wo lag das Problem.
Damit war plötzlich eine Schleuse geöffnet, die ich im Moment auch gar nicht schließen will. Plötzlich tauchte also dieser lemsche Kelvin wieder auf der Raumstation auf, die über einem Planeten kreist. Nur hat die Sache einen kleinen Haken. Dieser Planet ist nicht mit einer seltsamen Lebensform bewohnt, hier leben jene vor längerer Zeit deportierten Frauen seine Heimatplaneten Terra. Da, ich bestreite es ja gar nicht, meine Geschichte recht kompliziert ist. versuche ich jetzt einfach eine kurze Zusammenfassung der Ideen, die ich im nächsten Monat in einer ersten Fassung umsetzen möchte.
Kelvin und ein weiteres Mitglied der Besatzung sind von der Station zurückgekehrt. Was ihnen dort an lemschem Horror begegnet ist, hat zwei ihrer Kameraden in den Selbstmord getrieben, der andere Typ, der mit Kelvin (nenne ich erst einmal noch so) zurückkehrt leidet unter einer Psychose und ist nicht mehr ansprechbar. Kelvin hat auch mit einer Wahnidee zu kämpfen, er ist der Überzeugung auf der Raumstation, die früher der Überwachung der deportierten Frauen diente, seiner verstorbenen Frau begegnet zu sein. Nun weiß er als strikt einem materialistischen Weltbild anhängender Geologe, der er ist, daß menschliches Leben auf Øwli seit langer Zeit unmöglich ist. Die Meßdaten (darin unseren Meßdaten, die uns unser zukünftiges klimatisches Schicksal auf Erden vorhersagend) sind eindeutig. Auf Øwli muß es vor längerer Zeit einen evolutorischen Prozess gegeben haben, der dank der biometrischen Daten eine rasante Zunahme der Biomasse des Planeten sowie eine dramatische allgemeine Temperaturerhöhung um gut 40 Grad wissenschaftlich erwiesen ist. Menschliche Aktivitäten haben die sich selbst organisierenden Überwachungssysteme der Station seit Jahrzehnten nicht mehr feststellen können. Sie hatten mit der Zeit die männlichen Aufpasser ersetzen müssen, da aufgrund der dystopischen Probleme auf Terra die Raumfahrt so gut wie zum Erliegen gekommen war.
Auf Terra herrscht mittlerweile ein reines ökonomisches Herrschaftssystem, die auf kultureller Gemeinsamkeit basierende staatliche Struktur ist einer auf ökonomischen Interessen basierenden Herrschaft gewichen, Konzerne bestimmen die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Aufgrund eines dramatischen Ressourcenmangels eines als Katalysator in industriellen Prozessen existenzwichtigen Rohstoffs (welcher dafür in Frage käme muß ich noch recherchieren) erinnerte man sich plötzlich jenes Kleinplaneten auf den man die Frauen geschafft hatte, die aus Gründen, die erst einmal noch keine Rolle spielen, dorthin deportiert hatte. Eine Expedition wurde ausgerüstet zu erkunden, welche Möglichkeiten es gäbe dort den entsprechenden Rohstoff, koste es was es wolle abzubauen. Als Wissenschaftler wird der Geologe Kelvin mit dieser Aufgabe betraut, ein netter aber erst einmal eher farbloser Witwer mittleren Alters.
Was man auf Terra nicht weiß ist die Tatsache, daß das Leben auf Øwli seinen gewohnten Gang geht. Dort hatte nach einer Revolte, sozialen Umstrukturierung der nach terranischem Vorbild organisierten Gesellschaft, eine Gruppe Frauen die Herrschaft angetreten, die eine etwa andere, in meinen Augen weiblichere Gesellschaft organisiert hatten. Da diese Frauen die automatische Überwachungsstation über ihrem Planeten als eine Störung ansahen, haben sie einen Weg gefunden diese zu ihrem Schutz umzufunktionieren. Maschinen, auch intelligente lassen sich eben von intelligenten und erfindungsreichen Menschen zu deren Zweck benutzen. Die Daten, die die linear denkenden Männer auf Terra mit immer weniger Interesse empfingen waren also Simulationsdaten einer Entwicklung, die jene Vorstellung suggerierten, die Lem in seinem Roman verwendet.
Gleichzeitig hatte sich die Überwachungssituation umgekehrt. Die Frauen nutzten die Station um ihrerseits eventuelle Aktivitäten der Männer rechtzeitig wahrnehmen zu können. So waren sie also auf das, was da auf sie zukam vorbereitet und in der Lage die Herren der Schöpfung gebührend zu empfangen. Halluzinogen wirkendes Gas sorgte dafür, daß die Männer, als sie nach automatisch gesteuerter Ankunft auf der Station um Øwli aus ihrem künstlichen Koma geweckt wurden (dies war wegen der Länge der Reisezeit der bequemste Weg die Zeit ohne Langeweile zu verbringen) Visionen hatten, die wieder bei Lem geklaut waren. Einzig Kelvin hatte eine recht reale Vision seiner verstorbenen Frau, was die jedem der Männer zugeordnete øwlische "Bewacherin" in die Lage versetze mit ihm für sie höchst interessante Gespräche zu führen. Diese Harey ihrerseits ist eine bemerkenswerte Frau, die über eine Fähigkeit verfügt, die ich einem anderen Buch entnommen habe. Sie ist in der Lage die Emotionen ihrer Mitmenschen zu "lesen". Sie spürt hinter den gesprochenen Worten jene atavistischen Bewußtseinsaspekte, die auch wir gern verdrängen, und die sich bei uns gern als psychosomatische Störungen unliebsam bemerkbar machen. Und da sie diese "Schwingungen" bei ihren Mitmenschen spürt und deuten kann, weiß sie, daß auf ihrem Planeten auch nicht alles zum Besten steht. In der Vergangenheit hatte sich das soziale System Øwlis in einer Weise dogmatisiert, daß man auf Veränderungen nicht innovativ hatte reagieren können. Durch die Gespräche mit Kelvin wird ihr deutlich, daß sie mehr über die Geschichte ihres Planeten, vor allem mehr über jene Revolution wissen müßte, die zu jenem dogmatisierten Weltbild geführt hatte, an dem der Planet ebenso zugrunde gehen könnte, wie Terra am Mangel allzu bedenkenlos vergeudeter Rohstoffe. Deshalb firmiert sie bei mir auch unter der Bezeichnung Biographin.
Auf Terra hat der Psychiater eines Sanatoriums, in das Kelvin und der zweite Überlebende der Øwlimission eingewiesen wurden, alles versucht Informationen aus den Herren herauszuholen, die gewisse Ungereimtheiten der Informationen klären könnten. Da die Männer aber ein strikt materialistisch-wissenschaftliches Weltbild haben, in dem metaphysische Komponenten nicht vorkommen und in dem man Daten mehr als Erfahrungen glaubt, kommen sie natürlich zu keinem Ergebnis.
An dieser Stelle kommt eine Figur ins Spiel, die zwar als Gärtner auftritt, die aber in Wahrheit ein Demiurg ist. Kelvin, der zur Ablenkung im Garten des Sanatoriums hilft unterhält sich mit diesem Mann, der ihm in Gesprächen ein völlig neues Weltbild vermittelt, eines, in dem westliche Erkenntnisse unserer Welt mit östlichen Erkenntissen zu einer Einheit verschmolzen sind. Ein komplementäres Weltbild wie es Niels Bohr zum Ärger Einsteins in die Quantenphysik eingeführt hatte, und damit bei seinen Kollegen größtenteils auf Unverständnis gestoßen war. Im Verlauf dieser Gespräche wird langsam deutlich, daß der so farblose Kelvin in Wahrheit als Mittler auserwählt ist, der da er keine ausgeprochenen Machozüge besitzt sensibel genug ist, neues zu lernen und zu begreifen, auch wenn es auf den ersten Blick all seinen bisherigen Erfahrungen widerspricht.
Der Gärtner macht ihm klar, daß es seine Bestimmung ist, zurück nach Øwli zu kehren, um festzustellen, ob dieser Wahn nicht vielleicht etwas anderes gewesen sein könnte als ein Wahn.
Auf Øwli, dessen Weltsicht ebenso strikt materialistisch ist wie jene auf Terra, hat indes die spätere Biographin Harey nicht vermocht ihre Kolleginnen jenes Herrschaftsinstruments "Konvent" deren untergeordnetes Mitglied sie ist, davon zu überzeugen, daß Änderungen der Sichtweise, von denen sie selbst nicht genau weiß, wie sie aussehen sollten unumgänglich sind. In ihren Träumen taucht gelegentlich eine männliche Gestalt auf, die verblüffend jenem Gärtner ähnlich sieht, mit dem Kelvin auf Terra in einem Sanatorium eine Gartenanlage anlegt, die ihrerseits Ähnlichkeit mit einem Zengarten hat.
Im kommenden Monat geht es also erst einmal nur darum die Situation der Patienten im Sanatorium zu schildern, die Erfahrungen auf der Station aus der Sicht Kelvins in einem neuen Licht zu erkennen, die Situation Hareys auf Øwli darzustellen und die gegenwärtige gesellschaftliche Situation auf Øwli deutlicher werden zu lassen. Alles in allem also wirklich weniger als auf einer DIN A4 Seite Platz finden sollte.
Klappt dieser Versuch können wir uns ja nächstes und übernächstes Jahr hier wieder treffen, wenn dies nicht vielleicht sogar ein permanenter Schreibclub werden sollte, und sehen wie es mit er Geschichte von Terra und Øwli weitergeht. Klappt der Versuch nicht ziehe ich mich auf meine Kommentierfunktion zurück und verstumme als gescheiterter Geschichtenerzähler einfach.
Einen schönen Sonntagmorgen euch allen. Jetzt geht es erst einmal zurück ins Ehebett zum Kuschelschlaf vor dem Frühstück.
Da ich ja jetzt auch Beiträge schreiben kann (dankeschön!), stell ich mal meine geplante Geschichte auch gleich vor. Das Grundgerüst kennt ihr vll schon aus dem Forum, aber ich schreibs trotzdem nochmal hier. Wenn ihr Fragen dann dazu stellt, hilft mir das sicher auch.
Also es geht um ein Mädchen, Rachael. Sie führt ein tolles Leben in San Francisco, zwar nur mit ihrer Mutter, da sie ihren Vater kaum kennt und er am anderen Ende Amerikas wohnt. Sie ist beliebt dort und hat viele Freunde. Das wird kurz beschrieben, dann kommt mein Plotpoint(ja ich hab auch schon was dazugelernt). Die Mutter stirbt und sie muss zu ihrem Vater, da sie sonst keine Verwandten mehr hat. Der wohnt in Hanover in New Hampshire. Das Problem: Sie kennt niemand und ist in dem kleinen Ort sofort "die" Attraktion. Sie wird zwar freundlich behandelt, hat aber trotzdem darunter zu leiden, dass sie sich niemandem anvertrauen kann.
Als sie gerade beginnt sich einzuleben und Fuß zu fassen, bekommt ihr Vater Bill die Bestätigung, dass er nach Neuseeland darf und dort an der Uni zu unterrichten, wo er sich schon vor längerer Zeit beworben hat. (Da immer noch meine Frage, geht das überhaupt. Ansonsten setze ich das als künstlerische Freiheit!) Ihm tut es zwar Leid für Rachael, aber er ist trotzdem nicht bereit sie alleine dazulassen. Also muss sie wohl oder übel mit.
In Neuseeland dann lebt sie in einer relativ großen Stadt, ist aber trotzdem eine Fremde. Ihr ist alles unbekannt und die meisten sind ihr gegenüber eher feindlich gesinnt. Mit einem der Jungen freundet sie sich aber sofort an. Er ist ein Maori und über Nicholas(oder Nikora auf Maori) erfährt sie dann eine Menge über die Maori und beginnt das Land und sogar die Leute zu lieben.
So in etwa steht es, das Ende hab ich auch schon, aber hauptsächlich über die Zeit in Neuseeland hab ich noch keine wirklichen Ideen und dabei soll das eigentlich den größten Teil der Geschichte ausmachen. Naja, aber ich vertraue ja darauf, dass die Ideen beim Schreiben kommen.
Grüße, die Sinnlose
edit: Das Ende ist ziemlich schnulzig. Sie ist eigentlich noch fest entschlossen, wieder nach Hause zu fliegen, als sie das darf. Dazu sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass sie ihr letztes Highschooljahr dort gemacht hat. Sie ist halt am Flughafen und geht gerade zu ihrem Flug, als sie noch einmal über ihre Zeit dort nachdenkt. Natürlich haben Nikora und sie sich dann auch ineinander verliebt, aber ohne das richtig zu wissen. Ihm wird das auch erst in allerletzter Minute klar und hält sie dann davon ab, zu fliegen. Dann fallen sie sich in die Arme und alles ist gut. :)
Danach solls noch nen Prolog geben, wie Rachael lebt und was sie dann noch dort tut. Zwischen dem Ende und dem Prolog vergeht einige Zeit, Rachael und Nikora haben inzwischen geheiratet und Kinder. Rachael ist Professorin an der Uni für "Maori studies". (Wenn mir jemand sagen kann, wie das offiziell auf deutsch heißt, wäre ich echt dankbar.)
So das wars, sorry dass das ein bisschen wirr ist, aber ihr werdet es wohl verstehen, denk ich :D Hatte es gerade einfach vergessen sorry!
sense.less.me - 27. Okt, 20:56
Dann will ich auch mal kurz mein Projekt vorstellen:
Ich schreibe dieses Jahr einen Fantasy-Roman, der ein erster Teil in einer Serie werden soll.
In erster Linie geht es um eine Reise und das Geheimnis der Wesen, die sich selbst als Götter bezeichnen.
Der verwöhnte Jungmagier Terion, der im abgeschnittenen und streng geordneten Magischen Reich lebt, bekommt von seinem Großvater eine schwierige Aufgabe auferlegt. Der Großvater fand ein altes Amulett und mehrere Landkarten, die darauf hindeuten, dass es außerhalb des Reiches auch Leben gibt und der Gott Rankas, der seit jeher etwas anderes behauptet hat, somit ein Lügner wäre und nun schickt der Großvater Terion aus, um hinter das Geheimnis des seltsamen Amuletts und des Gottes zu kommen.
Die Reise führt Terion und seine beiden Begleiter, die Rebellin Lu und den Kartographen Darec, zunächst durch einen tropischen Urwald und dann in die eisigen Höhen eines Gebirges. An beiden Orten stoßen sie auf sehr unterschiedliche Menschen und Kulturen, die ihr Weltbild grundlegend verändern: Auf einmal erfahren sie, dass das Reich nur ein sehr kleiner Teil der Welt ist, dass Rankas nicht der einzige Gott zu sein scheint und dass Gerold vielleicht doch Recht hatte. Im Urwald schließt sich ihnen noch Ticola an, der eine Mischung aus einem Menschen und einer Raubkatze ist.
Während die Naturverbundene Menschen in den Urwaldsiedlungen sie offenherzig empfangen, werden sie von den engstirnigen Mitgliedern des Gebirgsclans, den sie später treffen, argwöhnisch als Fremde betrachtet. Aber auch im Gebirge bekommt die Gemeinschaft noch einmal Zuwachs: Der junge Jäger Ranuk und seine geistig gestörte Schwester Kria schließen sich der Gruppe an, bevor sie gemeinsam weiterziehen und schließlich die Küste erreichen.
An der Stelle soll Teil I enden und in Teil II geht es dann auf die andere Seite des Ozeans.
synkona - 27. Okt, 13:13